Münsterländer Buchweizenpfannkuchen: Bittersüß für mehr Heiterkeit

by | 18.08.2021 | Rezepte

 

Zuerst kurz die Geschichte dahinter: Ich versuche manchmal anfallsartig „irgendwas Deutsches“ zu finden, grade jetzt wo ich in Deutschland bin. Schließlich schmeckt lokales Essen eigentlich auf der ganzen Welt immer am besten, oder?

Irgendwie „Back to the roots “…? Obwohl ja nun in meinem Fall sogar japanisches Natto mehr nach Kindheit schmeckt hat als Holsteiner gezuckerte Kartoffeln, Grünkohl, Schweinebacke und sowas.

Nach der Holsteiner Küche habe ich also mal die Münsterländer studiert: Meine Mutter ist dort aufgewachsen und obwohl niemand wirklich Münsterländer ist, hat ihre Familie zumindest auf Feiern zwei typische Speisen stets serviert: Hochzeitssuppe und Herrencreme.

Bei meinen Recherchen stieß ich also auf die (wenig berühmten) Buchweizenpfannkuchen. Zur Information: Buchweizen wurde einst im Münsterland angebaut und dort viel in der traditionellen Ernährung verwendet. Ist aber auch schon mindestens 100 Jahre her…

Was diese Pfannkuchen so besonders macht? Die Zugabe von (Malz)Kaffee!

Richtig gelesen, es gibt verschiedene Rezepte zu finden, einige benutzen gebrühten Filterkaffee, andere hingegen eben Malzkaffee. Ein Ei gehört immer hinein, Buchweizenmehl pur wird ansonsten zu fest und unflexibel. In meinem Rezept habe ich das Ei durch Kuzu Stärke und etwas Dinkelmehl ersetzt.

Für Weizenallergiker bietet sich statt Dinkel etwas Kichererbsenmehl an.

In meiner Version habe ich bewusst Malzkaffee aus 100% gemälzter Gerste benutzt, die Pfannkuchen waren als herzhaftes Mittagessen für erschöpfte Eltern gedacht, daher waren die Füllungen eben auch nur Richtung süßlich.

Wer die Pfannkuchen mit rein süßer Füllung (Fruchtaufstrich, Malz-Nussmus Mischung oder süßen Puddingcremes) zubereitet, kann natürlich auch andere, bittere Kaffeealternativen verwenden (oder gar echten Kaffee).

Der Gedanke dahinter ist die Geschmackskombination aus bitter und süß, welcher in der makrobiotischen Philosophie stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt wird. Es gibt wohl einen Grund, dass besonders in kalt-feuchten Gegenden Buchweizen und Zuckerrüben die Leute traditionell am Leben (und bei Arbeitslaune) gehalten haben. Und viel gesüßter Kaffee oder Schwarztee… Je höher man in den Norden geht, desto mehr Kaffee wird ja bekanntlich konsumiert.

Übrigens: Meine Mutter hatte, wie erwartet, noch nie im Leben etwas von Münsterländer Buchweizen gehört.

 

Zutaten für 6 kleine Pfannkuchen (circa 2 Personen):

60 Gramm Buchweizenmehl

20 Gramm Dinkelvollkornmehl

5 Gramm Kuzu Stärke

Circa 4 Gramm Instant Malzkaffee (Menge für eine Tasse pro Person)

180-200 ml Wasser (oder gebrühter Kaffee, wenn kein Instantpulver verwendet wird)

½ TL Meersalz

 

Zubereitung:

Aus allen Zutaten einen Teig zusammenrühren und mindestens eine Stunde stehen lassen. Dann erneut gut durchrühren.

Auf mittlerer Hitze je aus einer kleinen Kelle die Pfannkuchen backen. Dabei eine Kelle Teig in die Pfanne geben und sofort mit einer Hand die Pfanne in kreisender Bewegung halten, damit der Teig sich dünn und gleichmäßig verteilt.

Sobald die Ecken sich leicht von der Pfanne lösen, vorsichtig wenden.

Mit dem restlichen Teig genauso verfahren, dabei die bereits gebackenen Pfannkuchen warmhalten. Wer verhindern möchte, dass sie trocken werden, sollte einen Teller oder Ähnliches auf die Pfannkuchen legen: Durch den Wasserdunst bleiben die Pfannkuchen flexibel und weich.

 

Die Füllungen dazu waren:

  • Zwiebel und Daikonrettich im Drucktopf lange geschmort mit Shoyu, Mirin und ein Paar EL Apfelsaft. Dann mit Kuzu angedickt und frischer Petersilie gemischt.
  • Bundmöhren und Mais, blanchiert und dann teilpüriert mit Shiro Miso und Tahin
  • Erbsenpüree aus getrockneten Erbsen, mit Miso abgeschmeckt und mit Olivenöl verfeinert.

 

Für richtige „Kraftnahrung“: Mit süßlichen Fischkonserven kombinieren, z.B Fisch in Senf oder Tomatensauce.

 

Nora Schubring

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Nora Schubring
Nora Schubring